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Literaturkritik – Das Weihnachtswunder von Pleasant Sands von Nancy Naigle


Das Herz der Weihnacht!

 

Angela Carson führt in dritter Generation den kleinen Weihnachtsladen „Heart of Christmas“ in der beschaulichen Kleinstadt Pleasant Sands. Doch kurz vor Weihnachten wird ihre Welt auf den Kopf gestellt: Der attraktive Geoff Paisley eröffnet dort eine Filiale seiner großen Ladenkette „Christmas Galore“. Angelas Laden droht das Aus. In ihrer Not wendet sie sich in der „Dear Santa“-App direkt an den Weihnachtsmann und hofft auf ein kleines Weihnachtswunder – nicht wissend, dass sich hinter „Santa“ Geoff verbirgt …

 

Geoff Paisley hat seiner kranken Mutter versprochen, alle „Dear Santa“-Briefe an ihrer Stelle zu beantworten. Angelas Briefe berühren ihn tief – wie kann er von den Briefen der Frau, die ihm im echten Leben den letzten Nerv raubt, nur so fasziniert sein? Werden die Beiden ihren Kleinkrieg begraben und die Magie von Weihnachten auch in ihr Herz lassen?

 

Ein romantischer Weihnachtsroman für gemütliche Lesestunden in der kalten Jahreszeit. eBooks von beHEARTBEAT – Herzklopfen garantiert.

be-ebooks

eBook
453 Seiten

ISBN:  978-3-7325-8162-7

Erschienen am 1. Oktober 2019


Cover & Titel

Das Cover sieht absolut weihnachtlich und wunderschön aus. Es macht Lust darauf, es in die Hände zu nehmen und zu bestaunen, es lange anzusehen, doch leider ist es nicht als Taschenbuch erhältlich. Es zeigt die Läden von Pleasant Sands. Der Titel ist sehr passend für die Geschichte, da sie in Pleasant Sands spielt und macht sich in einer wunderbaren Schriftart ganz toll auf dem Cover.


Der Verstand durchschaut, was das Herz zu verleugnen versucht. – Position 3145

 

Geschichte & Plot

Bei der Geschichte bin ich leider sehr zweigeteilt, auch wenn ich so sehr wollte, dass sie mir gefällt. Auf eine Art empfinde ich sie als eine leichte Weihnachtslektüre, die sich gut lesen lässt. Auf der anderen war sie mir aber nicht weihnachtlich genug, da ich das Gefühl hatte, dass es sich nur um die Protagonistin Angela drehte und ihre Art, mit der ich das ganze Buch lang nicht zurecht kam, der Mittelpunkt war. Natürlich ging es an erster Stelle um ihren Laden Heart of Christmas, dennoch machte sie mit ihrer Art und ihren daraus resultierenden Handlungen vieles kaputt, was ich als schade empfand. Manchmal fragte ich mich sogar, wer so reagieren würde. Augenrollen, garantiert. Das schmälerte die Freude das Buch zu lesen und die Seiten, die Angela gewidmet waren. Es blieben keine Fragen unbeantwortet, aber für mich wäre da einfach ein bisschen mehr gegangen. Aus der Geschichte hätte man mit großer Wahrscheinlichkeit mehr herausholen können und sei es mehr Momente zwischen Angela und Geoff, die das Ende der Geschichte rechtfertigen. Es ging viel zu schnell. Zu plump. Zu einfach und irgendwie auch unrealistisch. Die Geschehnisse reihen sich zwar alle auf ihrem Platz ein, aber manchmal sind in den Kapiteln Sprünge drinnen, was ich schade fand, da eine Ausarbeitung ihnen besser gestanden hätte. Mir fehlten die Zwischenhandlungen, wenngleich nur ein Blick oder eine Geste genügt hätten. An anderer Stelle wird das gemacht und mit einem neuen Kapitel eingeleitet, manches Mal aber fehlt es. Hätte der Geschichte vielleicht noch das Besondere verliehen, hätte man sich darauf eingelassen und die Zeit dafür genommen, die das Schreiben eines Buches erfordert. Bedeutet, dass einige Kapitel gerne mehr ausgeführt hätten werden können, anstatt mit einem Punkt zu enden und dann gleich am nächsten Geschehnis dran zu sein. Es wirkt alles nicht wirklich gut durchdacht und irgendwie leicht plump. Mir fiel der Funke der auf mich überspringen wollte, aber nicht gezündet wurde. Dieser blieb aus. Leider auch am Ende der Geschichte, dass nach diesem Gefühls-Durcheinander viel zu abrupt kam.

Was aber ein Pluspunkt ist: die Weihnachtsbriefe der Kinder. Schmunzeln. Lachen. Seufzen.


Protagonisten

Angela! Angela! Angela! Erst einmal mag ich diesen Namen überhaupt nicht. Das hat aber nichts damit zutun, dass ich die Protagonistin nicht mag, sondern damit, dass sie mich mit ihrer Art schlichtweg genervt hat. Sie ist die Besitzerin von Heart of Christmas, einem Familienbetrieb, den sie damals übernahm. An diesem hängt ihr Herz, was denke ich jeder verstehen kann, wenn man mit etwas aufwuchs und es seit Jahren am Laufen hält. Alles gut und schön. Nun aber muss sie den Laden schließen. Ihre Art dem gegenüber zu treten und ja, Veränderungen sind schwer und manches Mal auch schmerzlich, aber stetig gab sie der neuen Filiale die Schuld, bis irgendwann die Erkenntnis kam, dem ist ja gar nicht so. Dementsprechend verhält sie sich auch dem Mann, der die neue Filiale in Pleasant Sands führt. (Ja, er ist auch anfangs nicht ohne …) trotzdem empfand ich sie als nerviger, da sie es lange Zeit nicht einsah, dass es nicht daran liegt, sondern an ihr. Daran, dass sie nichts verändern wollte, was ihrem Laden sicherlich geholfen hätte. Sie wollte alles so belassen, wie es ist. Auch die Situation als sie mit ihrer Schwester Marie über Heart of Christmas spricht, zeigt, dass Angela einfach nur naiv ist. „Das war schon immer so“, „Das ändere ich nicht„, „Ich habe ein reines Weihnachtsgeschäft“ bis hin zu „Die Leute kaufen gerne bei mir„, wobei letzteres schon lange nicht mehr der Fall war. Schlichtweg bin ich einfach nicht schlau aus ihr geworden, auch nicht wegen dem, was am Ende geschah. Eine 180-Grad-Drehung.

Geoff – der Leiter von Christmas Galore und der Feind von Angela. Ja, anfangs war er tatsächlich nicht zu Angela, aber er gefiel mir gut. Für mich war er dreidimensional ausgearbeitet, wobei ich manche Handlungen nicht nachvollziehen konnte, wenngleich sie mit Sicherheit lieb gemeint waren, aber es brachte das Gefühls-Chaos noch mehr durcheinander. Ich kann es kaum beschreiben, aber ich habe nur gedacht, dass so doch niemand handeln würde, frei von den tollen Männern da draußen, aber irgendwie … Es war wie in einem Märchen, wo es so sein muss, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, man wollte einen Charakter schaffen, der sich in eine ganz andere Richtung entwickeln will. Er wurde, wie auch Angela geformt, bis es passt. Das ist zumindest mein Gefühl.

Die anderen Protagonisten fand ich tatsächlich besser als die Hauptprotagonisten. Sie waren greifbarer für mich und gut ausgearbeitet worden. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass man auf „Zwang“ versucht einen Protagonisten in eine andere Richtung zu drängen, obwohl er sich in eine andere Richtung entwickeln möchte.


Schreibstil

Der Schreibstil war gut, ich flog nur so durch die vielen Seiten.


Das ehrliche Fazit

Ich würde das Buch mit seiner Geschichte  gerne lieben, allein wegen dem wunderschönen Namen und dem Titel, aber es fehlte einfach der zündende Funke und dieses schnelle Gefühls-Wirr-Warr-Ende war alles andere als romantisch.


Bewertung

3 von 5 Sternen


Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Bloggerjury für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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