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Literaturkritik – Der Zauber des Hauses Ramblings von Kate Field

Ein stolzes Herrenhaus und eine liebenswerte Dorfgemeinschaft stellen Cassies Leben auf den Kopf.

Als Cassie Bancroft auf dem englischen Land eine Stelle als Gesellschafterin antritt, will sie ihr altes Leben hinter sich lassen. Bei Frances Smallwood, Eigentümerin von »Ramblings«, einem stolzen Herrenhaus, wagt sie einen Neuanfang. Die Bewohner des nahen Ortes Ribblemill schließen die junge Frau sofort in ihr Herz, nur Barney, Frances’ Neffe, misstraut Cassie. Er glaubt, sie habe es auf das Geld seiner Tante abgesehen. Doch dann sieht er, wie Frances unter Cassies Fürsorge aufblüht. Was aber ist mit Cassie selbst? Öffnen ihr Freundschaft, Liebe und der Zauber von Ramblings einen Weg in die Zukunft?

Autorin des Buches & Information zu Der Zauber des Hauses Ramblings

Kate Field lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und einer Katze im englischen Lancashire. Ihr Debütroman »Der Zauber des Hauses Ramblings« wurde mit dem Romantic Novelists‘ Association Award für Nachwuchsautoren ausgezeichnet.

Quelle: randomhouse.de


Goldmann Verlag

Aus dem Englischen von Ulrike Laszlo
Originaltitel: The Magic of Ramblings
Originalverlag: Accent Press

Broschiertes Buch
464 Seiten

ISBN: 978-3-442-48815-5

Erschienen am 21. Januar 2019

Danke an den das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung dieses Buches für eine Literaturkritik auf beizeitenbücher.de.

Cover- und Titelkritik
Das Cover ist wunderschön, frühlingshaft und gerne würde ich da einige Wochen verbringen, um zur Ruhe zu kommen, den Duft der Blumen zu atmen und mich einfach mal fallen lassen zu können. Der Titel gibt genau das wieder: Den Zauber des Hauses. Wenn man sich das Cover ansieht, ist es ein wahrer Zauber aus Blumen und viel Grün, meine Lieblingsfarbe. Daher ist hier alles stimmig und einfach wunderschön.

Plotkritik
Der Plot, der liebe Plot. Ich bin leider sehr enttäuscht von diesem und die Autorin hat, so finde ich, noch jede Menge daraus machen können. Es ist wahrlich verschenktes Potenzial. Die Grundidee ist wirklich gut aber die Umsetzung war es wirklich nur bedingt. Es waren immer mal wieder Situationen die gleich waren, sodass es mich als Leserin des Buches gelangweilt hat. Dann gab es eine kleine Überraschung, die ich zur Abwechslung gut fand, um dann wieder das alte Muster des Plots „genießen“ zu dürfen. Mir fehlte die Abwechslung. Immer wiederkehrende Situationen, die so gut wie immer gleich gehandelt wurden, Schauplätze, Momente, Worte und Verhaltensmuster der Protagonisten.

Schreibstilkritik
Der Schreibstil des Buches ist gut gewesen, die Autorin schreibt sehr bildhaft und es ließ sich insofern gut lesen. Manko daran war einfach, dass durch die Wiederholungen der Lesefluss immer wieder ins Stocken geriet. Auch hier hätte die Autorin noch einiges mehr heraus holen können.

Protagonistenkritik
Die lieben Protagonisten und vorne weg die schüchterne, liebevolle und langweilige Cassie. Ich muss vorab schreiben, dass ich den Begriff langweilig eigentlich nie für Menschen oder Protagonisten verwende aber Cassie war es in meinen Augen einfach. Wenngleich auch ihre Erfahrungen das aus ihr gemacht haben aber das sie sich von der älteren Dame, die sie als Gesellschafterin einstellte, so vieles sagen ließ und nicht einmal ihren Willen durchsetzen konnte, war für mich immer ein Moment des Kopfschüttelns. Immerhin ist Cassie eine erwachsene Frau. Natürlich gibt es auch solche Menschen, wir sind alle verschieden aber dieses Ja und Amen fand ich einfach irgendwann einfach zuviel. In fast jeder Situation dasselbe. Manchmal dachte ich, dass die ältere Dame mit dem Namen Frances keine junge Frau, sondern eine Jugendliche von sechzehn Jahren eingestellt hat. Dem ist zwar nicht so aber man könnte es meinen, wenn man ihre Reaktionen liest.

Was ich auch noch nervig und zuweilen schwierig an Cassie fand war, dass sie so wenig Selbstvertrauen hatte, was wahrscheinlich ihrer Vergangenheit mit ihrem früheren Partner geschuldet ist. Mir geht es speziell um den Protagonisten Barney. Ihr Verhalten ihm gegenüber war wirklich wie eine kleine Kinderliebe, ich kann das gar nicht anders beschreiben. Anfangs waren sich beide natürlich nicht sympathisch, Cassie konnte ihn nicht einschätzen, was ich verstehen kann. Doch dann, im Laufe der Geschichte, hätte ich an ihrer Stelle Barney verstanden. Sie nahm es dann manchmal nicht für bare Münze, zweifelte an seiner Ehrlichkeit und was nicht alles. Diese ganze Situation mit ihm war einfach wie ein Kindergarten Deluxe. Sie wäre nicht gut genug. Das dürfte nicht sein. Sie würde nicht mehr lieben wollen. Sie könnte das nicht. Sie möchte keine Partnerschaft. Er kann es doch nicht ehrlich mit ihr meinen. Ich wurde mit Cassie einfach nicht warm, auch wenn sie in dieser Geschichte wirklich vieles getan hat, liebevoll zu Frances war oder wem auch immer.

Insgesamt fehlte es den Protagonisten an Dreidimensionalität und charakterliche Tiefe. Ich hätte mir bei allen mehr Individualität gewünscht. Natürlich möchte ich hier nicht schreiben, dass es nun 0815 Charaktere waren aber manche Protagonisten waren leider aus diesem Holz geschnitzt und in manchen Situationen gaben sie sich absolut klischeehaft.

Das ehrliche Fazit
Es fehlt den Protagonisten an charakterlicher Tiefe und Individualität. Die Geschichte die sich zwischen Cassie und Barney entwickelt, könnte auch die allererste Liebe sein, wo keiner weiß, wo genau sie hinwollen und was da wirklich ist. Dem Plot fehlt es zudem an dem wirklichen Zauber, weswegen mich das Buch enttäuscht zurück gelassen hat.

One Comment

  • David Zivku

    Auch heute wieder eine sehr einfühlsame und angenehme Rezension eines Buches, das Dich leider etwas „enttäuscht“ hat, aber als Leser brauchen wir solche offenen und ehrlichen Rezensionen, um zu erfahren, welche „Schätze“ eventuell auf uns in Buchhandlung oder Online warten… Danke dafür. 👍🏼🌞🍀

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