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Literaturkritik | Höllenhund (Iaculatorium) von Lew Marschall

Nutzt du die Freiheit, die Pflicht zur Verantwortung, die dir dein Leben aufzwingt? Was wäre wenn das Schicksal dich auserwählt hat, um einem Pfad zu folgen, der dich zum mächtigen Kriegerpriester formt? Würdest du dein komplettes Leben ändern und dein Schicksal annehmen, selbst wenn du dafür die Liebe deines Lebens opfern müsstest?

Der letzte Kriegerpriester der Göttin Zulora wurde vor 20 Wintern im Kampf getötet. Der neue, ungewöhnliche Auserwählte ist ein Bettler, ein Geprügelter und Geächteter in der mittelalterlichen Stadt Ingelspfort. Wenn er nur wüsste, dass gleichzeitig ein Junge in einem kleinen Dorf im Sommer 2019 seine Geschichte als Comic zeichnet … Der Comic-Held und Bettlerjunge Hansgar stank wie eine Leiche im Sommer – Reste der Kanalisation klebten wie Kletten an ihm. Sein Ziel, die Prinzessin Penelop vor dem Todesurteil zu bewahren, lag in greifbarer Nähe. Der Befehl seiner Kriegsgöttin und die Queste des Königs von Lichterwald katapultierten sein Leben aus dem Straßendreck hinein in Ränkespiele der Götter; und direkt in den Kampf gegen das mächtige Ungetüm, den dreiköpfigen Wolf Samael.Der Auserwählte hatte die Prinzessin fast erreicht; das Versteck hinter dem Kaninchenkäfig im Burghof war gut gewählt … bis das Ungetüm aus dem Wohnturm stakte; es heulte laut; es nahm Witterung auf. Hansgar drückte sich tiefer hinter den Käfig. Der Höllenhund witterte ihn und stürmte mit wetzenden Krallen zu seinem Versteck. Umfangen vom Gestank des Urviechs, erzitterte der auserwählte Kämpfer Zuloras und wich soweit wie möglich an die Burgmauer zurück. Die drei Köpfe des Höllenhunds umrundeten von jeder Seite sein Versteck. Mit zitternden, todbringenden Lefzen knurrten sie den Eindringling an. Hansgar, der angehende Kriegerpriester, saß in der Falle.

Indepentendly Published

Taschenbuch
458 Seiten

ISBN: 978-3-0006-3011-8

Erschienen am 26. Juni 2019

Cover & Titel

Das Cover kommt im halben Comicdesign daher und zeigt Hansgar im Kampf gegen den dreiköpfigen Höllenhund Samael. Ein schwarzer Strich, den man auch als Köpfung deuten könnte, trennt diese beiden unterschiedlichen Designs voneinander.

Geschichte & Plot

"Hansgar hustete und nahm das Buch an sich. Mit verschwommenen Blick musterte er die Elfe, so gut er konnte. Tränen standen ihr in den Augen und glänzten wie Morgentau im Sonnenlicht." - Seite 54

Ich fand den Plot wirklich sehr gut herausgearbeitet. Schon alleine das es in dem Buch um zwei Protagonisten geht. Einmal um Hans, der sein Leben lebt wie unser einer mit Höhen und Tiefen, dabei eine Wandlung durchmacht, mit der ich nicht gerechnet hätte und um Hansgar, der zu einer ganz anderen und viel ärmeren Zeit lebt als Hans. Die Geschichte wird aus zweierlei Sicht geschrieben und baute sich langsam aber stetig auf. Anfangs viel es mir schwer den Wechsel zu verstehen und ich wusste nicht, was der Autor damit bewirken wollte. Später dann ergab das alles aber einen Sinn und ich freute mich, abwechselnd etwas von beiden lesen zu dürfen. Es kamen Ereignisse in diesem Buch auf, die mich nicht nur zum Nachdenken, sondern auch manches Mal zum Schmunzeln gebracht haben. Es kamen Fragen auf, die später aber beantwortet worden sind. Diese Fragen rissen mich so mit, dass ich einfach wissen musste, wie die Geschichte sich entwickelt. Diese Geschichte ist weder historisch, noch schlicht klassisch wie ein Roman, den man mal nebenher verschlingt. Er macht etwas mit einem und trägt eine Message in sich. Diese möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten. Zudem klingen die Zeilen um Hansgar oftmals leicht philosophisch und das was er erlebt sehr fantasiereich. Elfen, Orks und die Welt um ihm herum. Ganz fantastisch! Das das total meins war, könnt ihr euch bestimmt vorstellen.

Um noch einmal auf die Kapitel zurückzukommen. Hans hat den Grad des Erwachens, Hansgar den göttlichen Grad. Diese Unterteilung fand ich sehr gut gewählt und passend zu beiden Protagonisten, die ihren Platz im Buch verdient haben.

Protagonisten

Der Protagonist Hans war für mich greifbar und dreidimensional erarbeitet worden. Ich konnte mich von der ersten Zeile an für ihn begeistern, wahrscheinlich weil er mir leidtat und ich ihm am liebsten geholfen hätte. Er hatte einen schweren Stand in seinem Leben. Nicht nur Mobbing war sein Alltag, sondern auch seine Visionen, die ihn zu seinen gezeichneten Bildern brachten und  damit „veränderten“. Er lebte für Comics und für seine Zeichnungen, hatte später sogar einen kleinen Traum, den er sich erfüllen wollte. Im Buch macht er eine ungeheure Entwicklung durch, die ich gut fand. Vom schüchternen Hans, zu einem jungen Mann der selbstbewusst geworden ist und für unliebsame Dinge seinen Mund aufmachte. Man muss ihn einfach selbst erleben.  Ich habe ihn jedenfalls lieb gewonnen und er bleibt als Held im Herzen.

Hansgar hingegen hätte ich so manches Mal schütteln können. Er war einst ein armer Bettler und wurde dann im Laufe der Zeit ein Kriegerpriester. Doch das der Hochmut auch den Fall bringen kann, wissen wir fast alle oder? Es gab Momente, da hat er mich sauer gemacht und ich konnte nur den Kopf schütteln. Ich habe gedacht, wie blind ist er für seine momentane Situation? Dann fiel mir aber ein, dass wir alle den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Manchen wiederum steigt der Erfolg auch zu Kopf und sie wissen nicht mehr was sie tun, bis sie am Ende wieder alleine dastehen. Wie es an dieser Stelle aber mit Hansgar weiter ging, möchte ich nicht verraten. Ich sage nur, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.


Schreibstil

Den Schreibstil fand ich von Seite Eins an wirklich sehr, sehr gut. Es war spannend und ich wollte es nicht mehr weglegen.


Das ehrliche Fazit

Ein spannendes und wunderbares geschriebenes Buch, welches einen in eine fantastische und kriegsreiche Welt entführt. Die Geschichte hat philosophische Elemente, welche einen in seinen Bann ziehen und nicht mehr loslassen. Zudem bekommen wir eine sagenhafte Message mit auf den Weg, die uns den Atem anhalten und darüber nachdenken lässt.

Bewertung: ♥♥♥♥♥

Danke an Lew Marschall und Lovelybooks für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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