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Literaturkritik – Jagdtrieb von Hendrik Esch

Der junge Anwalt Paul Colossa aus München erbt nach dem überraschenden Selbstmord seines Onkels dessen Kanzlei in Neustadt in der bayerischen Provinz – und damit eine Menge kurioser Fälle. Wie den der hübschen Maja, Tochter des zwielichtigen russischen Unternehmers Victor Rivinius. Maja wird von ihrem Ex-Geliebten gestalkt, und Colossa soll vor Gericht ein Kontaktverbot erwirken. Dabei erliegt Colossa prompt selbst den Reizen der jungen Frau. Blind vor Liebe verstößt er gegen alle Regeln – und übersieht, wie sehr Maja in die dubiosen Machenschaften ihres Vaters verstrickt ist. Unversehens befindet er sich mitten in einer höchstgefährlichen Jagd.

Autor des Buches und Informationen zu Jagdtrieb

Hendrik Esch wurde 1975 in München geboren. Er arbeitet als Opferanwalt und Strafverteidiger, schlägt sich aber auch mit Auffahrunfällen, Mietnomaden und Maschendrahtzäunen herum. Kein menschlicher Abgrund ist ihm fremd, die Hoffnung lässt er trotzdem immer erst am Schluss sterben. »Jagdtrieb« ist sein erster Roman und der Beginn einer Serie um den bayerischen Rechtsanwalt Paul Colossa.

Quelle: Random House


Goldmann Verlag

Taschenbuch
496 Seiten

ISBN: 978-3-4424-8816-2

Erschienen am 21. Januar 2019

Danke an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung dieses Buches für eine Literaturkritik auf beizeitenbuecher.de

Cover-und Titelkritik
Das Cover des Buches sprach mich auf Anhieb an. Der Wolfskopf mit den leuchtenden gelben Augen hat mich in seinen Bann gezogen. Dies war für mich der Grund einen Blick auf den Klappentext zu werfen und dieser hat mich nicht enttäuscht. Die Buchgeschichte klang spannend!

Bevor ich das Buch im Bloggerportal angefragt habe, las ich erst einmal die Leseprobe. Diese fand ich alleine aufgrund des lockeren und humorvollen Schreibstils, der sich im ganzen Buch wiederfindet, gut. Leider waren einige Seiten nach der Leseprobe eher langatmig, es plätscherte vor sich hin und es waren Informationen drinnen, die ich persönlich nicht gebraucht habe. Man hätte auf sie verzichten können und hätte den übergreifenden Teil als Paul Colossa auf seine wichtige Mandantin trifft, die im Buch die Hauptrolle spielt, früher gesetzt. Es ging deswegen eher schleppend voran, bis zu dem Punkt als seine neue Mandantin, nämlich Maja Rivinius die Kanzlei betritt. Im Kopf hatte ich da wirklich ein:„Endlich, nun hast du mich aber lieber Autor!“ Ab diesem Punkt kam Spannung hinein und ich wollte das Buch nicht mehr beiseitelegen. Es gab Überraschungen, Spannung, Humor und einige Wendepunkte, die mir sehr gut gefielen. Es geschahen Dinge, es kamen Situationen auf, es wurde sogar heiß und damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Für einen Kriminalroman einfach mal etwas Anderes. Das macht dieses Buch, diesen Krimi auch einfach besonders. Nicht nur wie die Buchgeschichte geschrieben wurde, sondern auch anhand aller Protagonisten.

Protagonistenkritik
Die Protagonisten sind frisch, echt, humorvoll und einfach lebendig. Der Anwalt Paul Colossa war mir anfangs nicht sympathisch und ich wusste nicht, wie ich ihn zu nehmen habe. Im Laufe des Buches hat sich aber herausgestellt, dass sein Humor nicht alles ist, sondern er auch tiefgreifender und sensibler im Denken ist. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er damit etwas kompensieren möchte aber es ist einfach sein Charakter wie ich dann festgestellt habe. Für mich ist er was Frauen anbelangt etwas naiv, manchmal stellte er sich etwas blöd an aber dennoch hat er ganz viel Herz, welches er in manchen Momenten durchblicken lässt. Das find ich total schön.

Auch die anderen Protagonisten, wie zum Beispiel sein Freund Attila oder seine Mandantin Maja waren gut ausgearbeitet. Attila ist von seiner Art her locker und eben wie ein Freund so ist, immer an Pauls Seite wenn er ihn braucht. Mit Maja hingegen, die gestalkt wird, wurde ich anfangs und auch im Laufe des Buches nicht wirklich warm. Für mich war sie einfach nicht der Typ Frau, mit dem ich im echten Leben zutun habe. Ich weiß nicht woran das lag. Vielleicht einfach daran, dass es ab und an ein paar Humorhappen von ihr gab oder weil sie einfach etwas oberflächlich war, zumindest hatte ich das Gefühl das sie das war. Es gab zwar eine Situation wo ich dachte, dass sie reifer wäre und anders handeln würde aber irgendwie hat mir ihre Art, auch mit Paul umzugehen nicht gefallen. Ihre Fassade ist einfach nicht gebröckelt. Auch Pauls (Noch-)Frau Sandra, die im übrigen meinen Namen trägt, wurde beiläufig „eingestreut“ und gerne hätte ich noch mehr von ihr gelesen. Sie scheint ein spannender Charakter zu sein aber wer weiß, vielleicht lese ich etwas von ihr  im zweiten Buch von dem Autoren.

Schreibstilkritik
Wie schon am Anfang erwähnt, war der Schreibstil wirklich gut. Leicht zu lesen, humorvoll und genau das was auch zu dem Buch passt. Zu der ganzen Geschichte.

Das ehrliche Fazit
Es ist kein typischer Kriminalroman.  Erwartet also nicht auf den ganzen Seiten nur Spannung, Wendungen und gute Kommissare und Anwälte. Denn dann werdet ihr hier sicherlich enttäuscht sein. Jagdtrieb ist anders, besser auf seine Weise.

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