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Literaturkritik | Das andere Haus

Dieses Buch wurde mir kostenfrei von Vorablesen und dem Goldmann Verlag für eine Literaturkritik zur Verfügung gestellt. Unbezahlt und unbeauftragt.🌷

 

Als Caroline und Francis ein Angebot zum Haustausch erhalten, zögern sie nicht lange. Voller Vorfreude beziehen sie ihr Urlaubs-Domizil in der Nähe von London. Doch dort stößt Caroline auf Details, die sie zutiefst verstören: ein ganz spezieller Blumenstrauß, die eingelegte CD, ein vergessenes Rasierwasser; scheinbar harmlose Gegenstände, die in Wahrheit aber mit dem dunkelsten Kapitel ihres Lebens verbunden sind – und mit einem Menschen, den sie für immer vergessen wollte. Ist es möglich, dass er sie in eine Falle gelockt hat? Und wer ist nun in ihrer eigenen Wohnung? Es beginnt ein psychologisches Verwirrspiel, das sie und alle, die sie liebt, ins Verderben zu reißen droht.


Goldmann Verlag
Paperback
Psychothriller
352 Seiten
Altersempfehlung ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-442-20559-2
Ersterscheinung: 20.08.2018

Kritik zur Geschichte des Buches: Die Idee der Geschichte für dieses Buch finde ich sehr gut. Ein Haustausch ist nichts, was man mal eben einfach so macht ohne vorher darüber gründlich nachzudenken, immerhin sind es die eigenen vier Wände, der persönliche Rückzugsort von uns allen. Vielleicht aber auch eine Schutzzone für manche von uns Menschen. Auch das was in der Geschichte passiert, finde ich sehr gut gewählt und interessant. Alleine die Ehe von Francis und Caroline ist etwas, was sehr realitätsnah ist und sehr gut beschrieben wurde. In einer Ehe ist eben nicht alles Rosa und Rot und es wird aufgezeigt, was eine Ehe und die Liebe zu dem Menschen überwinden kann. In guten wie in schlechten Tagen. Zudem finde ich es toll, dass die Kapitel in ,,Zu Hause“, ,,Unterwegs“ und zwischen Francis und Caroline aufgeteilt sind. Caroline bekommt aber in diesem Buch mehr Kapitel und man erfährt als Hauptprotagonistin mehr über sie als über Francis. Francis Geschichte war somit schneller geschrieben, als die von Caroline. Beide sind aber gleich interessant.

Kritik zu den Protagonisten: Für mich sind die Protagonisten greifbar, realistisch und ich konnte mich gut ins sie hineinversetzen.

Das Ehepaar Francis und Caroline sind mir beide sehr sympathisch gewesen. Francis ist mir alleine schon sehr sympathisch, weil er Psychologe ist und dies mein Traumberuf war. Caroline hingegen fand ich von ihrem Charakter her selbstbewusst, in manchen Situationen stark aber auch zweifelnd und sehr nachdenklich. Vielleicht sogar auch ein kleines bisschen zerissen. An manchen Stellen war sie mir zudem zu glatt, was wahrscheinlich an dem kleinen Spannungsbogen lag. Beide sind für mich aber sehr menschlich und das mag ich in Büchern, bei Protagonisten. Ich konnte mich in beide hineinversetzen und somit beide Seiten verstehen, Carolines sogar noch ein bisschen mehr. Dies aufgrund ihrer Ehe und wie es Francis in der Zeit erging, wie er zu ihr war und welchen Weg sie deswegen eingeschlagen hat. Für mich greifbar, verständlich.

Carl, der Ex-Liebhaber von Caroline und Ambers Freund fand ich spannend. Seine Art fand ich toll und auch seine verletzliche Seite. Er ist irgendwie (m)ein Held in diesem Buch. Wieviel Stärke ein Mensch besitzen kann ist der Wahnsinn. Auch das was er für Caroline tat, würde mit Sicherheit kein Zweiter tun. Ein ganz wunderbarer, tiefgründiger und toller Protagonist.

Amber hingegen, Carls neue Freundin fand ich dagegen naiv und in ihrer Art häufig aufdringlich. Ich wusste beim Lesen manchmal gar nicht, wie ich sie einschätzen sollte und sie geriet bei mir eher ins Abseits und hinterließ bis zum Ende ihre Fragezeichen. Es gab aber Momente, wo sie dieses aufdringliche Verhalten wieder wett machte und ich glaube einfach, dass bei ihr eine Verlustangst dahinter stecken könnte. Dies würde ihr Verhalten in gewissen Situationen erklären. Seht ihr, nun spiele ich mal Psychologin. 😉

Kritik zur Umsetzung des Buches und dem Schreibstil: Die Umsetzung dieses Buches ist nicht so gut gelungen, wie ich es erwartet habe. Es ist definitiv kein Psychothriller in meinen Augen, was ich sehr schade finde, denn die Geschichte des Buches, alleine die Grundidee ist wirklich gut. Ich würde es eher als einen Roman oder aber als Little-Drama bezeichnen. Es gibt in diesem Buch einen Moment, wo ich gedacht habe:„Jetzt passiert etwas! Jetzt wird es spannend!“ aber dieser ist ganz schnell verpufft und das Rätsel gelöst. Ein kurzer Spannungsbogen der leider nicht aufrecht erhalten wird. Potenzial war dafür auf jeden Fall da. Es gab wirklich einige Situationen, wo der Spannungsbogen hätte aufrecht erhalten werden können, doch leider wurde dies nicht einmal genutzt. Bei einem Psychothriller finde ich es einfach wichtig, Spannung zu erzeugen und diese zumindest über ein paar Seiten oder ein paar Kapitel zu halten. Dies ist hier nicht wirklich der Fall.

Zudem gibt es auch eine Situation, diese möchte ich hier nicht vorwegnehmen, wo ich dachte:„So reagiert man doch nicht, wenn die Tochter mit ihrem Mann wegfährt und ein Haustausch stattfindet.“ Mir fehlte da einfach noch die Interaktion, dass Gespräch zwischen der Protagonistin Caroline und ihrer Mutter. Es ist schwer es zu beschreiben, ohne euch zu viel zu verraten. Vielleicht werdet ihr wissen was ich meine, wenn ihr dieses Buch lest. Diese Situation ist aber eine von vielen, die hätte besser ausgearbeitetet werden können. Dies hat meine Freude am Buch ehrlich gesagt getrübt.

Der Schreibstil hingegen war gut. Es ließ sich flüssig lesen und auch so kann ich gegen den Schreibstil nichts sagen. Es liest sich gut. Hatte es aufgrunddessen in zwei bis drei Tagen ausgelesen.

Kritik zum Cover des Buches: Das Cover ist finde ich einfach klasse, nicht wahr? Es sieht aus wie zerissenes Papier, dann darauf die Balkone von den Häusern in Grau-Schwarz und das Rot. Ich mag das und finde es sehr passend. Auch die Figur die man am Fenster erahnen kann ist mysteriös, nahezu geheimnisvoll. Passt also 1:1 zum Buch.

 

2 Comments

  • David Zivku

    Deine Buch/Literaturkritiken sind so außergewöhnlich spannend und interessant geschrieben, daß man immer kaum abwarten kann, wieder was neues zu lesen hier. Man kann sich nur wünschen, daß die Autoren und Verlage das bemerken, denn Du leistest soso einen wichtigen Beitrag in dieser digitalen Zeit, das Lesen eines handfesten Buches zu bewahren. Es aufregend zu gestalten. Dafür möchte ich Dir wirklich sehr danken. Grandios geschriebene Rezensionen oder Kritiken sind genauso wertvoll, wie das Buch selbst…

    • Sandra

      Lieber David,
      ich danke dir vom Herzen für dein Feedback zu meinen Literaturkritiken. Es freut mich sehr, dass du es kaum erwarten kannst, neues von mir zu lesen. Gebe mir damit immer sehr viel Mühe, ohne zu versuchen zu spoilern, denn das wäre sehr schade für die, die das Buch noch lesen möchten.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

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